Wer kennt dieses Gefühl nicht, wenn man liebt und daran verzweifelt, wenn man sich öffnet und doch bleiben alle Versuche aussichtslos erhöhrt zu werden.
Erster Brief
Ich verzweifel an dem Versuch dir zu zeigen wie wichtig du mir bist. Den einen Tag behandelst du mich als gute Freundin und am nächsten verschwindest du, sobald ich mich melde. Ich habe keine Ahnung, was ich glauben soll, was du überhaupt möchtest. Ich habe immer noch das Gefühl, dass du mich hinhältst, eventuell mit der Hoffnung, dass ich wen anderes finde, damit du mir nicht sagen musst, dass du mich nicht mehr willst.
Als wir gestern gesprochen haben, waren es meine Mauern, die mit dir sprachen. Es war nichts von dem zu sehen, was wirklich dahinter lag, darauf habe ich geachtet. Ich habe zwar so was gesagt wie, ich habe den ganzen Tag geheult usw. aber eher mit Spot betont, als ehrlich ausgesprochen. Den Rest des Abends standen meine Mauern. Bis ich einschlief und die Stärke, den Stand, den ich von ihnen erhalten hatte, wegbrachen. Innerlich klappte ich zusammen, weinte leise Tränen. Tränen, die nicht zu sehen waren, weil sie in mir liefen. Ich träumte von dir. Einfach nur davon, dass du da warst. Hast den Platz eingenommen, den sonst meine Erinnerungen haben, hast sie weg gescheucht und dies schon seit ein paar Wochen. Erfreuen sollte mich die Tatsache, nicht mehr Angst beim schlafen haben zu müssen und doch erfüllt mich keine Freude, sondern Sehnsucht nach dir, Verzweiflung, weil ich nicht ändern kann, was passiert ist, Trauer, weil du so unerreichbar bleibst, Eigenhass, weil ich damals so dumm war und alles aufs Spiel gesetzt habe und Eifersucht, weil da dieses Mädchen in dem Traum auftaucht, mit dem du fort gehst und ich bin es nicht.
Ich schreibe dir hier einen Brief, der eher an mich selber geht. Es hilft mir, musst du wissen. So fahr ich meine Mauern hinab, weil da dieser eine Gedanke ist, niemand wird es lesen. Ich muss keine Angst vor irgendeiner Reaktion haben, die mich vielleicht verletzen könnte, leider kann ich dadurch auch verpassen, dass vielleicht eine gute Reaktion folgt, doch nehme ich das hin.
Alle sagen mir, ich solle ruhiger sein, nicht alles so ernst nehmen, nicht gleich alles auf die Goldwaage legen und doch tu ich es.
Meine Angst davor, dich durch irgendetwas zu verlieren, ist einfach zu groß. Ich hatte das Verlangen dich an zu stupsen oder so etwas, doch tat ich es nicht, darum unterbinde ich die Gefühle, die mich dich lieben lassen und zwinge mich, dir böse zu sein. Ich zwinge mich verletzt zu sein, damit ich nicht an der Sehnsucht zerbreche.
In diesem Moment beginnt Darkside bei der Randomauswahl meiner Songs. Ich glaube du kennst es nicht, aber es passt gerade perfekt. „Will you love me, even with my Darkside“ Würdest du? Ich muss die Frage mit nein beantworten, sonst wäre alles gerade nicht so, wie es ist. Ich müsste nicht warten und hoffen, dass ich durch irgendwas dir beweisen kann, dass es richtig wäre, wenn wir es noch einmal versuchen. Wie auch immer. Wir sind an dem Punkt angekommen, wo mir beim schreiben die Tränen die Wange hinablaufen. Es tut gut. Es tut weh. Es hilft und hilft doch nicht.
Jetzt hast du wieder geschrieben, kurz, bist zocken. Wäre es doch nur kein Problem für mich und doch ist es in diesem Moment ein so großes Problem. Ich denke jetzt daran, dass sie mit dir zusammen sein kann. Das ihr zwei euch am Wochenende wieder seht und dann zur Cebit wieder ein weiteres Mal und ich noch nicht mal weiß, ob ich dich irgendwann einmal für mich alleine haben werde, wo du bei mir bist und nirgendwo sonst. Wo du mich festhältst auch wenn du selber nicht weist, dass du es tust. Es ist das Wissen darüber, dass ich dich einen Augenblick lang nicht mehr teilen muss, auch wenn dieser Augenblick, dass komplette Aus sein könnte. Ein Moment, wo ich wirklich glücklich bin.
Ich höre Lieder und höre sie immer wieder und denke jedes mal an dich. Ich verbiete mir gerade zu weinen, ich verbiete mir gerade dich zu lieben, weil sonst würde ich dir jetzt wieder schreiben. Ich weiß, dass du Zeit brauchst, aber verstehen tu ich es nicht.
Liebe einfließen lassen, dass fällt mir gerade schwer. Ich spüre meine Mauern, ich spüre sie so verdammt stark um mich, dass ich weiß, dass ich seid in den letzten zwei Absätzen nicht mehr ohne sie schreibe. Darum ist es besser jetzt aufzuhören und den Brief hier enden zu lassen, denn sonst würde ich anfangen dich zu belügen.
Zweiter Brief
Zu wissen wo du bist. Zu wissen wer bei dir im arm liegt. Zu wissen und wieder war es ein Schritt von dir von mir weg. Zu warten, um zu sterben. Mit jedem Tag, den ich dich vermisse, ein kleines Stück mehr. Ich verschwinde, gebe mich auf, gebe uns auf und dich scheint es nicht zu interessieren. Ich zeige dir mehr als jedem anderen, wie sehr mich meine Sehnsucht zerstört, ich zeige dir mehr als jedem anderen, wie verletzlich ich hinter all diesen Masken bin, ich zeige dir, mehr als jedem anderen, wie viel ich für dich empfinde und doch lässt es dich kalt. Mit einem Lächeln drehst du dich weg und nimmst das andere Mädchen an die Hand. In diesem Moment zerbreche ich. Sinke auf die Knie innerlich und winke dir lächelnd hinter her. Mein Körper steht, doch ich, ich liege am Boden. Ich weine. Erbitterliche Tränen rollen eine nach der Anderen mein Gesicht hinab. Warm, salzig und schmerzhaft. Ich stehe da und lache. Dabei habe ich in Wirklichkeit meinen Körper verlassen, stehe daneben. Sehe zu und bin stolz, dass ich immer noch solch eine Mauer habe, die mich nach außen hin tragen kann. Es gibt keine Fragen, also muss ich nicht Antworten. Ihr seht keine Tränen also fragt ihr nicht nach. Ihr seht nur mein lachen und euch geht es gut. Ich steh daneben... ich falle... ich weine... ich versuch verzweifelt dir hinterher zu rennen und kann mich nicht bewegen. Ich versuche nach dir zu rufen, dich dazu zu bewegen dich noch einmal umzudrehen, damit du dir das Elend anschauen kannst was du hinterlässt, aber kein Wort vermag meiner Kehle entspringen. Ich schicke dir eine Stille, damit du sie vernimmst und du überhörst sie.
Ich bekämpfe den Schmerz wieder mit Kälte. Fahr meine Stacheln aus wie ein Igel und bestrafe am ende nur mich selbst. Ich bin mit dem Beginn deiner Reise zu ihr hin aus deinem Kopf verschwunden. Keine fünf Minuten sollen mir gehören. Nicht ein Wort nicht ein Satz nicht ein Atemzug der mich wissen lässt, dass ich nicht vergessen bin. Ich friere obwohl ich in Decken eingehüllt und der Heizung voll aufgedreht hier sitze. Mir wird nicht warm. Ist es die Kälte, die du mich spüren lässt sobald dieser andere Mensch bei dir ist? Ist es die Kälte die mich umgibt, damit ich geschützt bin vor dem Schmerz, den du mir bereitest? Ich kann es dir nicht sagen.
Die Nächte werden schlimmer. Ich schlafe nicht ein aus Angst, den einen Augenblick zu verpassen in dem du dich meldest. Ich schlafe nicht ein, weil ich ununterbrochen an dich denke, bloß um festzustellen, wie sehr ich mir doch wünsche, du wärst jetzt bei mir. Ich schlafe nicht ein, weil meine Sehnsucht nach dir mich von innen zerreißt, weil es mir so sehr mein Herz zerreißt, dass ich bei jedem Gedanken an dich weinen muss. Es sind ehrliche Tränen eines zerbrochenem, liebendem Mädchen, welches weder einen Weg nach vorne noch zurück sieht. Welches sich immer wieder im Kreis dreht auf der suche nach dir. Weine ich lange genug, lasse ich lange genug meine Gefühle zu und verberge sie nicht, dann fallen mir irgendwann, die Augen voller Erschöpfung zu. Ich schlafe für eine Stunde und werde wieder wach. Ich weine wieder. Weine über das, was ich gesehen habe. Weine, weil sich alles so wirklich angefühlt hat. Weine, weil mir bewusst wird, es wird die Wirklichkeit am ende sein, wenn sie es jetzt nicht schon ist.
Ich sehe dich, es sind die Schritte von dir auf mich zu. Immer einen Schritt mehr. Es ist dein Lächeln, der Blick deiner Augen. Es ist die Art wie du die Hand in meine Richtung streckst. Ich drehe mich um, sehe sie und weiß, mich wolltest du nicht. Du gehst an mir vorbei, als würde ich nicht existieren. Du nimmst sie bei der Hand, in den Arm. Streichst ihr Haar aus dem Gesicht und küsst sie. Ich schreie. Ich schreie aus der Tiefe meiner Seele. Du hältst inne. Dein Blick wandert in meine Richtung und du Zwinkerst mir zu. Ihr Blick wandert mit, sie sieht mich nicht. Sie fragt dich, was dort wäre und über deine Lippen kommt ein Wort... Nichts!... Ich spüre den Boden unter meinen Füßen nicht mehr. Ich falle und falle. Euer Anblick verblasst in der Ferne und mich umgibt nur die schwarze Leere. Ich wache auf. Ich weine. Solange, bis ich wieder einschlafe und alles beginnt erneut.
Ich wünschte, ich hätte nie ein Bild von ihr gesehen, dann wäre sie nur ein Schatten in meinen Träumen, doch sie ist vollkommen. Steht da und ist vollkommen anwesend. Hat mehr zu bieten, als ich je bieten kann. Ist viel hübscher und wieder sticht es mir ins Herz zu wissen, am Ende könnte dies der Grund für ein Nein unser sein. Ich senke meinen Kopf, weil ich vor Müdigkeit umfallen könnte, weil mir schlecht ist, weil ich ihn nicht mehr heben kann, ohne meine Verzweiflung zu zeigen, weil ich möchte das du kommst, mein Gesicht in deine Hände nimmst, mir die Tränen wegwischst und mich küsst.
Ich höre Musik und doch höre ich sie nicht. Alles um mich herum ist fern. Nichts dringt zu mir durch. Nichts kann mir helfen, außer du selbst. Alles, was passieren wird, liegt in einem Treffen. Einem Treffen, welches ich diesem Moment wo sie bei dir in den Armen liegt als Unmöglichkeit ansehe. Ich soll auf etwas hoffen, auf etwas, dass wozu eigentlich dient? Möchtest du mir weh tun? Oder merkst du es bloß nicht. Bist du wirklich so sehr geblendet von deinem Schmerz, dass du nicht wahrnehmen kannst, dass ich alles für dich tun würde. Ich würde dir mein Herz zu Füßen werfen, damit du wenn du magst drauf rumtreten kannst, damit du mir so weh tun kannst, wie ich dir weh getan habe. Ich würde vor dir auf die Knie fallen, dich anflehen, mir zu vergeben, wenn ich nicht wüsste, dass ich genau dies gerade tue. Ich würde dir mein Herz ausschütten, damit du endlich verstehen kannst, wie wichtig du mir bist. Ich würde vor deinen Augen sterben, wenn es das ist, was du willst. Ich würde versuchen aus deinem Leben zu verschwinden, wenn du mich darum bittest, weil ich weiß, dass es dir ohne mich dann besser ginge. Ich würde deine Wut auf mich ertragen, wenn danach ein Weg für uns beide zusammen erkennen wäre.
Und warum läuft jetzt „Der Weg“ in Gottes Namen, kannst du mir das sagen? ;-( Passt es nicht irgendwie ein Stück auf uns? Nicht Alles, aber Manches?
Der Schlag ins Gesicht. Fünf Uhr morgens. Bei Facebook durchstöbre ich die Profile meiner Freunde lande auch bei deinem. 27.1. In einer Beziehung, kompliziert. Das war doch nachdem du bei ihr warst oder noch währenddessen? Ich weiß es nicht. Ich starre die Seite, diesen kleinen Satz einfach nur an. In meinem Kopf explodiert etwas. Jetzt ist es echter Hass. Der Gedanke und du hast doch gelogen?! Warum? warum?! Wie bitte soll ich es auffassen? Sag es mir, sag es mir bitte. Mir ist schlecht und wäre jetzt nicht Fastenzeit, dann würde ich mich übergeben. Es fällt mir gerade auch keines wegs schwer nichts zu essen, ich würde es eh nicht tun, weil es mir auf den Magen schlägt. Mir wird schwindelig und mir geht es gerade richtig beschissen. Warum tust du mir so etwas an? Ich starre weiter, will die Worte verschwinden lassen....
Sie verschwinden nicht und ich bin blockiert. Keine Träne, nicht eine winzige fällt auf das Stück Papier, welches vor mir liegt, auf dem leere Worte stehen. Der Anfang eines Songs, der nur gelogen ist. Mit diesem Moment wurde er zur Lüge.
Sie liegen überall im Zimmer Nadeln oder vielleicht mal ein Messer... es muss bluten, so wie es in mir blutet. Es soll weh tun, so sehr das es mich betäubt. Die Tabletten helfen kein Stück. Ich komme nicht zur Ruhe und der Grund bist du. Soll ich diesmal deinen Namen schreiben? Dich verewigen? Glaubst du mir dann endlich?
„Das Blut so rot, das Blut so rein, die Zeit heilt meine Wunden nicht. Mein Blut zu sehen, ist wunderschön. Mein Blut zu sehen, tröstet mich.“